Der Weg zur Schule des Jahres

Bild: www.sxc.hu
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Die 1975 gegründete "Integrierte Gesamtschule Georg-Christoph-Lichtenberg (IGS)" in Göttingen (D) wurde 2011 Schule des Jahres. Derzeit gehen 1.500 Schüler, auch welche mit speziellem Förderbedarf, in diese Gesamtschule. Die Absolventen gehören zu den besten 2-3 Prozent Deutschlands.

"Wir haben noch keine bessere Lösung gefunden", wird Reinhard Kahl (Archiv der Zukunft) auf der Homepage der Schule zitiert. Die Rede ist vom Konzept der Schule, das in den 70er Jahren von Wissenschaftern, Lehrkräften, Eltern, Architekten und Politikern als Gegenmodell zum klassischen viergliedrigen deutschen Schulsystem geplant und realisiert wurde.

"Wie kann ich Lernprozesse initialisieren, wo die unterschiedlichen Möglichkeiten auch möglich sind (...). Ich muss doch jedes Kind angucken und überlegen, was kann ich mit dem machen, was kann es leisten und was nicht? Und das ist bei 30 Schülern in der Klasse nicht gleichzeitig möglich!", so der Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger. Man müsse eine Inszenierung hinkriegen, die die Lehrer entlastet. Das wären zum Beispiel die Tischgruppen.

Tischgruppen: Jeder kann sich einbringen, so wie es ihm möglich ist

Jeder Jahrgang der Sekundarstufe I ist in sich in sechs Stammgruppen mit je 30 Kindern gegliedert, die sich wiederum aus jeweils fünf Tischgruppen zu je sechs Kindern zusammensetzen. Jede Stammgruppe wird von einem Tutorenteam aus mindestens zwei Lehrern begleitet. "Die Schüler suchen hier selbst ihre Aufgaben, ihre Lernwege und ihre Lernpartner und bringen sich so ein, wie sie es eben können", so Vogelsaenger.

Aktive Elternarbeit, viel Freiraum und gewisse Ignoranz

Weitere Erfolgsfaktoren sind die Einbindung der Eltern und die Verantwortung und dadurch höhere Motivation der Lehrkräfte. "Sie arbeiten zwar eindeutig mehr, aber sie gehen viel zufriedener nach Hause, sie wissen, dass sie was geschafft haben", erklärt der Schulleiter. Das wichtigste aber sei, hinter dem Kollegium zu stehen. Auch ein gewisses Maß an Ignoranz scheint notwendig zu sein: "Als ich anfing, hatte sich mein Schulleiter nicht in den E-Mail-Verteiler eingeklinkt, dann kriegte ich Schimpfe, weil ich irgendeinen Erlass nicht eingehalten hatte (...). Dann habe ich mich angemeldet, hatte 1.356 Erlässe in meinem Postfach, habe sie alle gelöscht und wir sind beste Schule Deutschlands geworden", plauderte Vogelsaenger aus dem Nähkästchen.

Gesamter Vortrag und Interview

BildungsTV hat den gesamten Vortrag für Sie in voller Länge aufgezeichnet. Zudem gibts auch noch ein Interview mit dem Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger.

Vogelsaenger: SQA - Was bringt´s dem Kind?


Wolfgang Vogelsaenger ist Direktor der IGS Göttingen (D) - diese wiederum ist seit 2011 "Schule des Jahres". Im Rahmen einer Veranstaltung zur Schulqualität Allgemeinbildung (SQA) am 8. November in Wien erklärte er, wie Schule funktionieren kann und wie er es schafft, die Motivation der Lehrkräfte und Schüler gleichermaßen hoch zu halten.

Interview: Was macht gute Schule aus?


Schule des Jahres, wie die IGS Göttingen, wird man ja nicht einfach ohne Grund. Wir haben den Schulleiter Wolfgang Vogeslaenger über die Art und Weise, wie lernen funktionieren kann, wieso nicht mehr Schulen dieses Konzept übernehmen und was an seiner Schule vielleicht auch nicht so gut passt, befragt.